Friday, September 30, 2016

Der Beginn der Ermittlungen im Fall Paris



Ein neuer Fall zieht uns nach Paris. Ich persönlich hätte mir ein entfernteres und weniger übelriechendes Ziel unserer nächsten Investigation gewünscht. Aber vielleicht kann ich die Gelegenheit nutzen meinen Bruder Jean zu besuchen. Wir haben uns zuletzt an den Weihnachtstagen gesehen und nur wenig Gelegenheit gehabt zu reden. Der Fall umfasst –natürlich- eine der wenigen Bereiche meines Berufes, den ich lieber gemieden hätte. Wobei- ich sollte mich nicht beschweren. Ich wusste, dass wir früher und später erneut auf Teufeleien im Zusammenhang mit Feuer stoßen würden

In Paris sind 4 Häuser im Handwerkerviertel abgebrannt und der zuständige Kommissar – Ms. Cloussoe vermutet unheilige Ursachen. Der Geruch von Schwefel habe ihn dazu bewogen die Inquisition hinzuzuziehen. Es handelt sich um einen Gasthof, ein Lagerhaus, ein Wohnhaus und das Haus eines Küvners. Vor 5 Tagen geschah der letzte Brand.

Der erste Abend stellte sich als wenig hilfreich heraus. Ich muss mich wohl daran gewöhnen in Zivil als Frau behandelt zu werden. Eine sicherlich lehrreiche- wenn auch nicht angenehme- Lektion nur weil man am Abend ohne Herrenbegleitung unterwegs ist, für eine Hure gehalten zu werden. Zumindest wird der Kerl sich in Acht nehmen, noch einmal so ein „Missverständnis“ zustande kommen zu lassen… Ich hatte noch daran gedacht Maximilian zu bitten, uns zu begleiten. Aber wer will schon Salz in alte Wunden streuen, nun wo der Inquisitor wieder Vertrauen in meine Fähigkeiten und Loyalität zu haben scheint. Annkatharine fand durch ihre angenehme Art –sie ist in charmanter Konversation mir um Meilen überlegen- ein wenig heraus und ich konnte die Atmosphäre der Bewohner in der Nähe eines der abgerannten Häuser aufnehmen. In der Tat scheinen sich die einfachen Parisianer wenig Gedanken um die Feuer zu machen. Ein Ärgernis eben, und ein paar Gerüchte über die „Rache der Magiegeborenen“ gibt es, ohne dass es hier jemanden zu beunruhigen scheint. Auffällig ist die Hitze der Flammen, die einige der Steine, des ehemaligen Gasthauses, das wir betrachteten zum Schmelzen gebracht zu haben schien.

Der zweite Tag erwies sich als der Quell der Informationen, die wir benötigen, um –so Gott will- den Fall zügig aufzuklären und die Schuldigen zu bestrafen! Ich muss gestehen, dass dies alles andere als mein Verdienst war. Der neue Rekrut Julienne- ein schweigsamer und offenkundig einfacher junger Mann- und ich begutachteten einen der Tatorte. Ein Lagerhaus. Ein Tag in Schutt und Staub- ohne dass ich eine vernünftige Idee entwickelt hätte, wie man sich dieser Art von Tatort angemessen widmet. Eine peinliche Angelegenheit, aber der Inquisitor hob nur eine Augenbraue und hat sich zurückgehalten mich vor den Männern zurechtzuweisen. Er informierte uns über seine wesentlich ergiebigeren Nachforschungen. Offenbar lagen die vier Häuser auf einer geraden Strecke und ein Brand geschah jeweils in einem bestimmten zeitlichen Abstand (alle 3 Tage, nach nunmehr 12 Tagen). Der Inquisitor erklärt uns, dass es wohl Zusammenhänge zu irgendeinem heidnischen Glauben und einer Sternenkonstellation gäbe. Der Inspektor hatte bis dahin noch angenommen, dass die Brände aufgehört hatten vor 5 Tagen. Eine nähere Untersuchungen und Ableitungen aus den Recherchen des Inquisitors ergaben jedoch, dass vor 2 Tagen ein Brand in einem Park (auf der Geraden, die die Form der Brände nachzeichnen) stattgefunden hatte. Es wird wohl morgen Nacht wieder zu einem Brand kommen! Diesmal wird es ein Waisenhaus betreffen. Wir werden dafür Sorge tragen, dass das Haus evakuiert werden wird.
Eine weitere wichtige Beobachtung erscheinen die Berichte der Bewohner und Zeugen zu sein, nachdem das Feuer im Erdgeschoss stets begann, keine auffälligen Männer zuvor gesichtet wurden und es eine blaue Stichflamme von unten nach oben gegeben habe. Diese ist an mindestens 2 der Tatorte gesichtet worden. In seiner unendlichen Weisheit vermutet der Inquisitor, dass die Brandursache oder die Brandverursacher wohl in der Kanalisation zu finden wäre. Ein weiteres Indiz dafür sind meiner Meinung nach das Vorhandensein alter römischer Ruinen unterhalb dieses Teils der Stadt. Ich hege den Verdacht eines heidnischen- möglicherweise römischen Kultes und auch, dass die Brände eher Folge ihres Handelns, als direkte Absicht waren. Es wird sich wohl alles ergeben. Vielleicht sogar schon heute, denn wir bereiten uns gerade vor in die Kanalisation hinabzusteigen….

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