Ein neuer Fall zieht uns nach Paris. Ich persönlich hätte
mir ein entfernteres und weniger übelriechendes Ziel unserer nächsten
Investigation gewünscht. Aber vielleicht kann ich die Gelegenheit nutzen meinen
Bruder Jean zu besuchen. Wir haben uns zuletzt an den Weihnachtstagen gesehen
und nur wenig Gelegenheit gehabt zu reden. Der Fall umfasst –natürlich- eine
der wenigen Bereiche meines Berufes, den ich lieber gemieden hätte. Wobei- ich sollte
mich nicht beschweren. Ich wusste, dass wir früher und später erneut auf
Teufeleien im Zusammenhang mit Feuer stoßen würden
In Paris sind 4 Häuser im Handwerkerviertel abgebrannt und
der zuständige Kommissar – Ms. Cloussoe vermutet unheilige Ursachen. Der Geruch
von Schwefel habe ihn dazu bewogen die Inquisition hinzuzuziehen. Es handelt
sich um einen Gasthof, ein Lagerhaus, ein Wohnhaus und das Haus eines Küvners.
Vor 5 Tagen geschah der letzte Brand.
Der erste Abend stellte sich als wenig hilfreich heraus. Ich
muss mich wohl daran gewöhnen in Zivil als Frau behandelt zu werden. Eine
sicherlich lehrreiche- wenn auch nicht angenehme- Lektion nur weil man am Abend
ohne Herrenbegleitung unterwegs ist, für eine Hure gehalten zu werden. Zumindest
wird der Kerl sich in Acht nehmen, noch einmal so ein „Missverständnis“ zustande
kommen zu lassen… Ich hatte noch daran gedacht Maximilian zu bitten, uns zu
begleiten. Aber wer will schon Salz in alte Wunden streuen, nun wo der
Inquisitor wieder Vertrauen in meine Fähigkeiten und Loyalität zu haben scheint.
Annkatharine fand durch ihre angenehme Art –sie ist in charmanter Konversation
mir um Meilen überlegen- ein wenig heraus und ich konnte die Atmosphäre der
Bewohner in der Nähe eines der abgerannten Häuser aufnehmen. In der Tat
scheinen sich die einfachen Parisianer wenig Gedanken um die Feuer zu machen.
Ein Ärgernis eben, und ein paar Gerüchte über die „Rache der Magiegeborenen“
gibt es, ohne dass es hier jemanden zu beunruhigen scheint. Auffällig ist die
Hitze der Flammen, die einige der Steine, des ehemaligen Gasthauses, das wir
betrachteten zum Schmelzen gebracht zu haben schien.
Der zweite Tag erwies sich als der Quell der Informationen,
die wir benötigen, um –so Gott will- den Fall zügig aufzuklären und die
Schuldigen zu bestrafen! Ich muss gestehen, dass dies alles andere als mein
Verdienst war. Der neue Rekrut Julienne- ein schweigsamer und offenkundig
einfacher junger Mann- und ich begutachteten einen der Tatorte. Ein Lagerhaus.
Ein Tag in Schutt und Staub- ohne dass ich eine vernünftige Idee entwickelt
hätte, wie man sich dieser Art von Tatort angemessen widmet. Eine peinliche
Angelegenheit, aber der Inquisitor hob nur eine Augenbraue und hat sich
zurückgehalten mich vor den Männern zurechtzuweisen. Er informierte uns über
seine wesentlich ergiebigeren Nachforschungen. Offenbar lagen die vier Häuser
auf einer geraden Strecke und ein Brand geschah jeweils in einem bestimmten
zeitlichen Abstand (alle 3 Tage, nach nunmehr 12 Tagen). Der Inquisitor erklärt
uns, dass es wohl Zusammenhänge zu irgendeinem heidnischen Glauben und einer
Sternenkonstellation gäbe. Der Inspektor hatte bis dahin noch angenommen, dass
die Brände aufgehört hatten vor 5 Tagen. Eine nähere Untersuchungen und
Ableitungen aus den Recherchen des Inquisitors ergaben jedoch, dass vor 2 Tagen
ein Brand in einem Park (auf der Geraden, die die Form der Brände nachzeichnen)
stattgefunden hatte. Es wird wohl morgen Nacht wieder zu einem Brand kommen!
Diesmal wird es ein Waisenhaus betreffen. Wir werden dafür Sorge tragen, dass
das Haus evakuiert werden wird.
Eine weitere wichtige Beobachtung erscheinen die Berichte
der Bewohner und Zeugen zu sein, nachdem das Feuer im Erdgeschoss stets begann,
keine auffälligen Männer zuvor gesichtet wurden und es eine blaue Stichflamme
von unten nach oben gegeben habe. Diese ist an mindestens 2 der Tatorte
gesichtet worden. In seiner unendlichen Weisheit vermutet der Inquisitor, dass
die Brandursache oder die Brandverursacher wohl in der Kanalisation zu finden wäre.
Ein weiteres Indiz dafür sind meiner Meinung nach das Vorhandensein alter
römischer Ruinen unterhalb dieses Teils der Stadt. Ich hege den Verdacht eines
heidnischen- möglicherweise römischen Kultes und auch, dass die Brände eher
Folge ihres Handelns, als direkte Absicht waren. Es wird sich wohl alles
ergeben. Vielleicht sogar schon heute, denn wir bereiten uns gerade vor in die
Kanalisation hinabzusteigen….